[Kommentar] Im Sumpf des Bösen – Daniel Wilde

 

Ich muss zugeben, ich habe das Buch zweimal in der Hand gehabt, ehe ich begonnen habe es zu lesen. Der Klappentext auf der Rückseite wollte mich nicht so recht überzeugen, aber der Titel des Buches ließ mich einfach nicht mehr los – Im Sumpf des Bösen. Im Klappentext ist auch die Rede von „ungeahnt grausamen Dimensionen“, ich kann nur sagen, dass diese Stellenweise so grausam sind, dass ich zwischendrin einfach mal unterbrechen musste, um die Bilder wieder aus meinem Kopf zu bekommen. Rein theoretisch sollte ich an dieser Stelle wohl auch endlich mal erwähnen, worum es eigentlich geht. Ich fasse das mal kurz und grob zusammen, um nicht zu viel vorweg zu nehmen 😉
Es geht um zwei Serienkiller, die ihr wahrlich böses Unwesen treiben. Und zu allem Übel weiß das Böse auch von Erbgut ^^ … … Wo soll ich nur Anfangen, so viele Gedanken schwirren mir zu dieser Geschichte im Kopf herum. Aber ich kann sagen, alle sind positiv.
Nicht nur dass es hier gleich zwei Serienkiller sind, es sind auch zwei unterschiedliche Blickwinkel – Einmal im Jahre 1946, als das Böse seinen Anfang nahm und im Jahre 2011.  Zu Beginn des Buches fand ich es ein wenig verwirrend, denn im Klappentext war von einem FBI Agenten zu lesen, doch im ersten Teil des Buches tauchte dieser nicht auf. Wie mir bald klar wurde, war dies der Hintergrund der Geschichte.  Wenn ich die erwähnten ungeahnt grausamen Dimensionen nochmals auffassen darf, musste ich in diesem Teil das Buch sogar für einige Zeit wieder ins Regal stellen. Ich zitiere:

„Geschockt und gelähmt musste der arme wehrlose Mann immer wieder mit ansehen uns spüren, wie der Hammer auf seinen Kopf niederschmetterte. Er sah aber nicht, wie sich sein Kopf öffnete und das Gehirn nach und nach mit anderen Flüssigkeiten heraustrat.“ (Seite 24)

An sich ist diese Textstelle ja nicht weiter schlimm, aber da ich meine Bücher immer mit Kopfkino lese und förmlich in sie eintauche, war das einfach zu viel für mich. Nicht zuletzt, weil im vorangegangenen Satz das Opfer als arm und wehrlos beschrieben wird. Es folgen noch viele solcher Textstellen, aber bei keiner musste ich wieder das Buch so lang weglegen, ich war ja nun vorbereitet auf die Grausamkeiten.

Als die Geschichte dann in das Heute eintaucht, verliert sich zunächst der Bezug zur Vergangenheit, dafür wird es aber nicht minder eklig. Was ich sagen will ist, dass genau DAS mir nach der vielen Thriller-Leserei gefehlt hat. Die detailreichen Beschreibungen der Gräueltaten des Virtuosen (Serienkiller 1)  und der Verlauf der ganzen Geschichte. Ich hatte immer wieder genügend Zeit mir meine eigenen Theorien im Bezug auf den Täter zurecht zu legen, nur damit dann am Ende alles wieder umgeschmissen wird und ich mir was neues ausdenken darf. So bleibt doch ein Buch spannend bis zum Schluss, oder nicht?! Apropos Schluss … der ist auch nicht zu verachten. So glaubte ich doch das Ende sei geschrieben und wunderte mich über noch mehr Leseseiten. Noch eine letzte unerwartete Wendung! Und damit hatte ich nun wirklich nicht im geringsten gerechnet. Sehr schön gelöst das Ganze will ich meinen.

Fazit: Wer gern einmal einen Blick in des Menschen tiefen Abgrund schauen möchte und vor detailreichen Gräueln nicht zurückschreckt, dem ist Im Sumpf des Bösen nur wärmstens zu empfehlen!

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